27.04.2007 - Gilette 2


Die Gillette II von FVK

Zunächst mal sehr nett anzusehen und von hoher verarbeitungstechnischer Güte flog das Modell leider nicht so wie ich es gern gehabt hätte. Den Schwerpunkt konnte man sehr schön weit nach hinten nehmen, wobei dann aber die Höhenruder schon deutlich auf Tiefe gestellt werden mussten. Darüber hinaus kippte der Flieger am Hang in der Wende gern mal um und riss bei mäßigen Bedingungen sehr gerne und häufig einfach ab. Es nutzte nichts, die EWD wollte ordentlich vermessen werden. Bei einem VLW kein leichtes Unterfangen. Baulich ging das Einstellen dagegen einfach von der Hand. Alte Passstiftlöcher einfach zuharzen und neu bohren. Eingestellt mit 0,7° auf jedem Blatt flog das Teil dann auch so wie man es erwarten durfte. Der Flugzustand war nun nicht mehr von vornherein Überzogen und somit war die Gillette auch bei schwächeren Bedingungen noch einsetzbar.
Ein Einstieg in die Thermik vom Hang aus war nun möglich.

Bedingt durch die großen und tiefen Querruder ist die Rollwendigkeit sehr gut und die Steuerbarkeit damit in nahezu jeder Situation gegeben. Wölbklappen hat es an meiner Gillette keine, wobei man diese zumindest beim Landen garnicht vermisst. Die Querruder einfach so weit es geht nach oben stellen und das Modell landet mit geringer Geschwindigkeit.
Dazu muss man nichtmal Tiefe dazu mischen, da das Aufstellen der Querruder momentenneutral daher kommt.
Seite ist auch angelenkt worden, wobei ich dies aus Faulheit und mangelnder Notwendigkeit eher selten nutze.
Vorn wurde zusammen mit etwas Blei eine Flitschhülse eingeharzt. Heute würde ich hier lieber einen schraubbaren Stift vorsehen. Diese Startmöglichkeit hab ich aber bisher noch nicht wahrgenommen, da mir die Arretierung der Flächen über Locks dafür nicht ausreichend zu sein scheint.

Zur Verbesserung des Durchzugs bei massig Wind wurde ein 300g Bleibarren gegossen. Damit geht es dann schon gut und kurzweilig zur Sache. Ein wenig Platz zur Landung sollte nun aber schon vorhanden sein, da die Geschwindigkeit hier auch ansteigt.
Positives gibt es noch zur Crashresistenz zu berichten. Das Modell wurde nicht geschont beim Landen. Stecklandungen, voll aufballastiert senkrecht im Lee, wirklich harte aufbatscher, sowie Ringelpietz über alle Flächenenden und Ruder überstand das Modell bisher vollkommen schadlos. Lediglich die Flächen hüpfen dabei aus ihren Lockarretierungen und die Tesasicherungen der V-Blätter reissen durch als Sollbruchstellen.

Die RC-Ausstattung: 2xFS500 im Rumpf, 2xHs125 in den Flächen, Akku 2000ma, Act Micro 6 Digital

Als abschließendes Fazit kann somit das Prädikat wendiger Spaßallrounder für den Hang vergeben werden.

Roger
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